Das passende Wordpress-Hosting finden

WordPress-Hosting: So findest du den richtigen Webhoster für dich

Die Auswahl an Webhostern ist riesig.

Und auf all ihren Websites wirst du mit technischen Begriffen erschlagen. Managed Server, 1-Klick-Installation, Traffic Flat, SSH-Zugang… und du hast keine Ahnung, was du davon brauchst — für das perfekte WordPress-Hosting.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Die Entscheidung für einen Webhoster ist wie eine Ehe. Ihr könnt euch auch irgendwann wieder scheiden, aber diese Scheidung kostet Geld und klappt selten reibungslos. Eh du also einen Schuss in den Ofen erlebst, gebe ich dir ein paar Tipps, damit du auf Anhieb eine gute Wahl triffst.

Brauchst du für WordPress ein spezielles Hosting?

Kurz und knapp: Nein. Je nachdem kann es aber sinnvoll für dich sein.

Manche Webhoster haben das WordPress-Hosting als Nische für sich entdeckt und bieten es an, um sich in einem riesigen Markt hervorzuheben. Was machen diese Hoster anders als die anderen? Nun, sie bieten spezielle Features an, die genau auf WordPress zugeschnitten sind, unter anderem das „Managed WordPress Hosting“. Das impliziert in aller Regel automatische regelmäßige Backups sowie automatische WordPress-Updates – also Entlastung für dich und mehr Zeit für dein Kerngeschäft.

Klingt gut? Ja, aber:

  • Die zusätzlichen Leistungen lassen sich die Hoster gut bezahlen. Die Managed-Hosting-Tarife sind um ein vielfaches teurer als die „normalen“ Tarife.
  • Viele Leistungen eines Managed-Hosting-Tarifs kannst du auch kostenlos über WordPress-Plugins haben. Zum Beispiel kannst du für die automatischen Backups das Plugin UpdraftPlus nutzen. Und für die automatisierten Updates das Plugin Easy Updates Manager.
  • Die Managed-Hostings haben teilweise ihre Tücken. Zum Beispiel: Du bekommst eine EMail-Benachrichtigung nach einem automatischen Update. Aber die Funktionstüchtigkeit der Website musst du jetzt dennoch selber testen. Jedes Update kann ein Problem an deiner Seite verursachen.
  • Für kleine Websites, also Seiten ohne Onlineshop und/oder mit wenigen Aufrufen, sind Managed-Hostings eigentlich überdimensioniert. Hier lohnt es sich, Updates und Backups einfach selber zu machen, da das ratzfatz geht.

Jetzt aber mal schnell her mit den Vorteilen…

  • Der Support eines auf WordPress spezialisierten Hostings hat natürlich mehr Ahnung von WordPress. Sie können dir bei technischen Problemen rund um deine WordPress-Website sicher schnell behilflich sein.
  • Durch die automatischen Updates werden Sicherheitslücken sehr schnell geschlossen. Denn Sicherheits-Updates warten ungern darauf, dass du mal wieder Zeit hast, dich um deine Website zu kümmern.
  • Wie oben schon angemerkt, kannst du dir bei einem Managed-Hosting die Installation so mancher Plugins sparen. Viele Tarife haben regelmäßige Backups inklusive, für die du sonst ein Plugin bräuchtest. Einige Anbieter haben auch eine Performance-Überwachung inklusive, sprich, sie überwachen, ob deine Website noch erreichbar ist und benachrichtigen dich, wenn es Probleme gibt.

Wenn du auf diese Vorteile verzichten kannst, ist ein Managed-Hosting rausgeworfenes Geld. Jetzt verrate ich dir, was du abgesehen von diesem Rundum-Service wirklich für deine Website brauchst.

4 Schritte zu deinem perfekten Webhoster

  1. Der Support muss rocken
    Du kennst es vielleicht. Dein Telefonanbieter ist nur so lange gut, bis es mal ein Problem gibt und du die gefürchtete Hotline anrufen musst. Dann hängst du in der Warteschleife und darfst dir Musik aus der Blechdose anhören. Damit es dir mit deinem Webhoster nicht genau so geht, ist mein Tipp für dich: Teste den Support vorab auf Herz & Nieren. Auch wenn du (noch) keine Kundin bist, kannst du ja einfach mal eine Mail schreiben und nachfragen, welchen Tarif sie dir empfehlen können.
    Du solltest großen Wert darauf legen, wie schnell du eine Antwort erhälst. Aber auch darauf, wie gut dir die Antwort weiter geholfen hat.
    Erst kürzlich habe ich im Auftrag einer Kundin den Support ihres Webhosters kontaktiert. Die Antwort war vollgepackt mit Fachbegriffen, die selbst ich kaum verstanden habe. Also teste deinen potentiellen Hoster unbedingt in Sachen Servicequalität.
  2. Kostenlose SSL-Zertifikate sollten selbstverständlich sein
    Business-Websites ohne die sogenannte SSL-Verschlüsselung sind inzwischen ein No-Go. Es gibt Initiativen wie z.B. Let’s encrypt, die die dafür notwendigen Zertifikate kostenlos zur Verfügung stellen. Doch jetzt kommt der Haken: Das bringt dir nur was, wenn der Hostinganbieter diese Initiativen auch unterstützt, sprich die kostenlosen Zertikate auch integriert hat. Wer das generell nicht — also in keinem Tarif — anbietet, den kannst du in meinen Augen direkt aus deiner engeren Auswahl streichen.
  3. Taugt das Interface was?
    Es ist ein gutes Zeichen, wenn die Website des Hosters modern und übersichtlich gestaltet ist. Dennoch erwartet dich hinter dem „Kunden-Login“-Button womöglich das blanke Grauen. Wie kannst du das testen? Viele Webhoster bieten dir einen kostenfreien Testzugang an, den du ein paar Wochen lang nutzen kannst.
    Aus Erfahrung kann ich dir sagen: Viele Bedienoberflächen sehen aus, als wärst du wieder in den 90er Jahren. Davon allein musst du dich nicht abschrecken lassen. Was dich aber tatsächlich skeptisch machen sollte, ist eine unterirdische Menüführung. Es muss kinderleicht sein, eine Mailadresse einzurichten. Wenn du das nicht auf Anhieb findest, sag Adiòs.
  4. Ein paar technische Details checken
    Für ein gutes WordPress-Webhosting brauchst du keine Highend-Technik. Die technischen Voraussetzungen für WordPress sind überschaubar: PHP 7.4+ und MySQL 5.6+.
    Hier aber noch ein paar Tipps von mir: Achte darauf, dass E-Mail-Adressen und entsprechender E-Mail-Speicherplatz enthalten sind. Dies ist bei den meisten Hostern der Fall, doch es gibt Ausnahmen. Außerdem macht es Sinn, mindestens 2 MySQL-Datenbanken zu haben. Der Clou: Du kannst dir dann 2 unabhängige WordPress-Systeme anlegen — ein Testsystem und ein „Livesystem“. Das geht theoretisch auch mit nur einer Datenbank. Mir persönlich ist es aber lieber, wenn auch die Daten der zwei Systeme unabhängig voneinander gespeichert werden.
    Wichtig sind auch der Serverstandort und der Unternehmenssitz. Beides sollte in Deutschland liegen, damit eindeutig klar ist, dass hier die deutsche Rechtsprechung gilt. Da der Datenschutz hierzulande eine immer größere Rolle spielt — spätestens seit der DSGVO — bist du damit auf der sicheren Seite. Auch in der Zukunft.
    Das Sahnehäubchen ist es, wenn der Webhoster eine regelmäßige Sicherung deiner Website anbietet. So ein Backup solltest du mit einem entsprechenden WordPress-Plugin sowieso einrichten. Aber doppelt hält besser 😉
    Übrigens: Wenn dein Tarif mehrere Domains enthält, kann das ein großer Vorteil sein. Wann du diese Chance unbedingt nutzen solltest, verrate ich dir jetzt.

Mein Tipp: Nicht mit Domains geizen

Wenn du in deiner Domain eine Kombination mit Bindestrich verwenden willst, z.B. www.vorname-nachname.de, solltest du in jedem Fall auch die Adresse ohne Bindestrich reservieren (und andersrum natürlich). Oder merkst du dir zuverlässig von jeder Webadresse, ob sie mit oder ohne Bindestrich geschrieben wird? Nein? Eben. Dein Besucher auch nicht. Oder er macht einfach einen Tippfehler und vergisst den Bindestrich.

Worst Case: Ein Anderer kauft die Domain ohne Bindestrich. Und deine Besucher landen auf der falschen Webseite.

Ich wollte meine Domain am liebsten in vier Varianten anmelden. Jeweils ein Mal mit und ohne Bindestrich, jeweils ein Mal mit und ohne Umlaut. Von den Vieren war eine leider bereits weg. Meine bisherigen Kaufversuche waren vergeblich. Für meine Besucher finde ich das nicht gut. Denn Benutzerfreundlichkeit fängt schon bei solch kleinen Dingen an. ⁠